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Die Schwarzenberger Krippenfiguren

Unsere Figuren gehen auf eine Ordensfrau im Kloster Ilanz im Vorderrheintal zurück. Mitte der 60er Jahre erhielt dort Schwester Anita Derungs den Auftrag, eine Weihnachtskrippe zu entwickeln, welche Frauen selber herstellen und nach Hause in ihre Familien nehmen könnten. Die Anregung zu den beweglichen Figuren kam von der damaligen Präsidentin des Müttervereins in Graubünden, Frau Fryberg-Candinas.

Als Tochter eines Elektrikers kannte Sr. Anita die Eigenschaften des Elektrikerdrahtes, als ausgebildete Kindergärtnerin jene des heute noch beliebten Schubi-Modelliermehles. Mit diesen Grundmaterialien gestaltete sie die ersten ‚beweglichen' Krippenfiguren. Nachdem sie einen Probekurs mit ihnen in Truns erteilt hatte, folgten 1964 die ersten öffentlichen Kurse im „Haus der Mütter", dem nachmaligen Bildungszentrum Matt, in Schwarzenberg ob Malters LU. Von Anfang an waren diese Kurse eng an den Bibeltext gebunden, was sie auch heute noch sind.

Die begeisterten Frauen riefen bald nach mehr und neuen Kursen, und so weitete sich das Angebot im Schwarzenberg mehr und mehr auf  weitere Bibelinhalte aus, so dass wir heute von den „Biblischen Figuren" sprechen.

In den Anfangsjahren war noch sehr wichtig, dass die Kurse für alle Frauen erschwinglich waren. Sr. Anita verwendete alte Kleider und Wäsche als Textilien, aufgetrennte alte Wolle für die Haare und nicht mehr benötigte Bleiplättchen aus der hauseigenen Druckerei als bodenhaftendes Gewicht an den Fusssohlen.

Später begannen erfindungsreiche Frauen hochwertigere Materialien zu verarbeiten: Sisaldraht statt Elektrikerdraht, handwerkliche Stoffe, echte Fellstücke für die Haare. Und nochmals ein Schritt weiter zur Perfektionierung der Figuren wurde getan, als man für die Herstellung normierter Gestelle eine Behinderten-Werkstätte gewinnen konnte, die Füsse professionell von einem Bleilöter gegossen und ganze Schaffelle in den von den Frauen gewünschten Farbtönen, Haarlängen und –lockungen von einem Schweizer Importeur in aller Welt gesucht und auch gefunden wurden.

Die Figuren sind dadurch äusserlich vielleicht perfekter geworden; ihre Aussagekraft und ihre Ausstrahlung erhalten sie aber nach wie vor vom Geist, der die Menschen beseelt, welche mit diesen Figuren arbeiten.

Heute sprechen wir in der Vereinigung ganz bewusst nicht mehr von Krippenfiguren, sondern von Biblischen Figuren. Die neue Bezeichnung öffnet die Tür für den Einsatz der Figuren über Weihnacht hinaus. Geschichten, Geschehnisse und Botschaften aus dem Alten und Neuen Testament und der christlichen Glaubensgeschichte können wunderbar in Figurenbilder umgesetzt werden. Moderne Gedichte, Gebete, Hoffnungstexte erlangen in der bildlichen Darstellung eine neue, tiefe Dimension, die Menschen berührt und zum Fühlen, Denken und vielleicht sogar zum Handeln anregt.


Figurenarbeit war schon immer eine Ausdrucksform christlicher Spiritualität. In diesem Sinn und Geist möchten wir die Geschichte der Krippenfiguren aus Ilanz weiterschreiben und damit auch zur Lebendigkeit des kirchlichen Alltags und der kirchlichen Feste beitragen.

 

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